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How to Make Peace (2013)

 

Rip the crescents off your flags

And off the minarets!

That will give you C’s galore,

The smaller ones passing for P’s

Minus the downward strokes.

     

The downward strokes you get

By slashing up your crucifixes

In bedrooms, schoolrooms, courtrooms

And oh! cathedrals. They make

Fine letters too. E’s for instance.

 

And if you then look at the stars

Of David on your uniforms

You’ll see, with just a little squint,

They break up recognizably

Into a fan of A’s.

 

What you need now is a bunch

Of hungry children fighting over

Who’s first to lay out in the sand

The word. Never worrying

How easy peace is made.

 

Peace

 

Reißt die Halbmonde aus euren Flaggen

Und von den Minaretten!

Das gibt euch eine Menge C’s,

Wobei die kleineren als P’s

Ohne den senkrechten Strich durchgehen.

 

Die senkrechten Striche kriegt ihr, indem

Ihr eure Kruzifixe zerschlagt,

In Schlafzimmern, Gerichten, Schulen,

Und, weiß Gott, Kathedralen. Auch sie

Ergeben Buchstaben. E’s zum Beispiel

 

Und wenn ihr dann die Davidsterne

Auf euren Uniformen, mit leicht

Zusammengekniffenen Augen, anschaut,

Dann seht ihr, sie zerfallen

In einen Fächer aus A’s.

 

Jetzt braucht ihr nur noch eine Horde

Hungriger Kinder, die darum kämpfen,

Wer als Erstes im Sand das Wort legt,

PEACE, und sich nicht scheren,

Wie einfach Frieden geht.

 

 

 

 

 Fire and Ice (2017)

 

In case you never noticed

I have two different colour eyes.

One black, one blue,

Never been otherwise.

 

The blue eye takes its boldness

From arctic glaciers’ cracking cold.

It looks a bit

Like death, I have been told.

 

The black eye sleeps a fire

Beneath a southern crater’s night.

Shuddering, some say

They’ve never seen such bright.

 

For people not to notice

That fire and ice in me,

I slit my eyes

To hide their mystery.

Feuer und Eis

 

Für den Fall. dass du es nie bemerkt hast,

Ich  habe zwei unterschiedliche Augen.

Eins schwarz, eins blau,

Seit jeher, kannst du mir glauben.

 

Das blaue nimmt seine Kühnheit

Von arktischen Gletschern, krachender Kälte.

Es sieht fast nach

Tod aus, wie man mir erzählte.

 

Im schwarzen schläft ein Feuer

Am Grund eines südlichen Kraters Nacht.

Schaudern fragt mancher,

Wer hat dies Licht gemacht.

 

Damit die Welt nicht bemerkt,

Welch Feuer, welch Eis mir eigen ist,

Schlitz ich meine Augen,

Und hüte ihr Geheimnis.

 

 

 

 

 

 

Geschichte (2018)

 

Ja, die Geschichte wenn man umschreiben könnt!

Was wär das Erste? Den Koffer ordnungsgemäß

Hochgehen lassen, Wolfschanzentünche

Fetzig rotbraun dekorieren? Nein, ich würde

Führers Geburtstag auf Ende Juli verlegen.

 

Denn nach dem Attentat, da sollen von mir aus

Die zwei Gestapoclowns, Stiefel gewichst,

In der Knobelsdorffstraße Nummer Sieben

Wie folgt vorsprechen: Gnädige Frau, wir kommen,

Die 60 Mark 10 Hinrichtungsgeld zu kassieren.

 

So ist es wahr, und vollzogen, spricht die Frau, Heil Hitler!

Vollzogen, Gnädigste, wird erst um vier in der Früh.

Wir machen Vorkasse, so will’s die Vorschrift.

Allzu oft – und mit Verlaub, zu spät –

Fehlt mancher Witwe am Ende das nötige Kleingeld.

 

Man möchte ihr nicht zu nahe treten, natürlich,

Doch näher treten, dankschön, täte man gerne.

Auch sei man nach dem Geschäft, dem leidigen,

Zu einem Gang durch die Wohnung verpflichtet, ein Blick,

Wenn’s recht ist, ins Schlafzimmer und dann sieht man.

 

Ja, wollt’s ihr mich vergewaltigen? Unmenschen!

Gewalt, gnä’ Frau, ist das, was Sie daraus machen.

Niemand liebt sperrige Frau’n; deshalb solln Sie

Frei wählen, den will ich, den nicht, als mein Kavalier.

Mein Kavalier? entgegnet die Frau, seid ihr beide.

 

Hier schreibe Geschichte, wer will, je nach Geschmack.

Ich lege bereit ein Brotmesser, reichlich Mullbinden,

Aufputschgetränke, eine Morphiumspritze und hoch

Wirksame Impotenztropfen. Ich schließ Aug und Ohr

Und wünsche historiografisch gutes Gelingen.

 

Enttäuschend, in welchem Grad der Entmannung

Die Herren, kleiderordnend, die Wohnung verlassen.

Kein Schnäpschen, kein Happen, nichts hält sie auf. Sind beordert

An den und den Ort, um die und die Uhr, doch beides

Strengstens geheim, zu Führers Geburtstag. Heil Hitler!

 

Halt! ruft die Frau. Der Zufall, was red ich, das Schicksal,

Die unergründliche Vorsehung hab es gewollt,

Dass sie gerad heut eine Torte, ein Prachtstück, zu stehn hat.

Die bittet sie, da’s die beiden pressiert und der Gatte

Nicht abkömmlich ist, Herrn Hitler zu bringen zur Ehr.

 

Zu Ehr und Verzehr. Schon springt sie und kommt von der Küche,

Und sieht die Gestapo stramm stehn vor ihrem Backwerk:

Das Reich! Deutsch vom Atlantik bis hin zum Ural,

Schimmernd in Marzipan, Berlin in der Mitten.

Wie wird der Führer sich freun. Das Messer liegt bei.

 

So fährt die Torte, auf Gestaposchoß, durch Berlin.

Bald leuchten Geburtstagskindaugen, es zuckt in den Händen.

Das Messer steht hart vor Moskau. Halt! will wer schrein,

Doch schon sagt es rumms! und schon geht der Führer zur Decke.

Das nenn ich Geschichte! Und so nennt’s die Frau am Empfänger.

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